projekt

haus johannhöhe, graz

Aus der extremen Hanglage des kleinen Grundstücks und den damit verbundenen Einschränkungen wurde ein Konzept entwickelt, das einerseits eine klare, übersichtliche Strukturierung, andererseits geschickte Staffelung der räumlichen Figurationen beinhaltet.
Das Gebäude sitzt als strenger Würfel mit massivem Keller und Wohn- und Schlafgeschoss in Holzleichtbauweise an der oberen Hangkante, ungefähr parallel zu den Grundgrenzen und der Zufahrtsstraße. Aus seiner Kubatur sind Körper ausgeschnitten, die als Terrassen bzw. Loggien fungieren, durch die Beibehaltung der Umrisskonturen bleibt der Würfel als Grundform jedoch bestehen. Während das Obergeschoss sich durch kleinere, verschließbare Öffnungen und eine horizontale Lärchenschalung nach außen abschließt, wird im Erdgeschoss über große Glasfronten und die vom Küchenbereich aus begehbare Terrasse mit darunter liegendem Carport, ein starker Außenraumbezug hergestellt, der sich im Untergeschoss, den Gartenausgang bis zum Schwimmbecken fortsetzt. Über eine Böschung ist die Küchenterrasse auch vom Garten aus erreichbar.
Im Inneren des Hauses wird der Gegensatz zwischen dem strengen Baukörper und der fließenden Bewegung des Hanges zu einem Raumspiel transformiert, das sich in alle Bereiche hineinzieht. Die Funktionen Wohnen, Essen, Kochen und Bibliothek wurden im Eingangsgeschoss zusammengefasst, wobei unterschiedliche Materialien und kleine Niveausprünge die einzelnen Zonen definieren und die Thematik der Geländesituation aufnehmen. Eine zentrale Stiege erschließt die drei Ebenen, ihre Falllinie verläuft parallel zum Hang und macht seinen Verlauf über visuelle Außenbezüge spürbar. So wie im Wohngeschoss ist auch im Schlafgeschoss, dessen Räume sich um das Stiegenhaus gruppieren, eine Loggia mit Blick über die Stadt eingeschnitten. Sie ist zwar teilweise ungedeckt, wegen der durchgehenden Attika jedoch deutlich als Raum erlebbar und Teil eines Konzepts, das Elemente von mehreren Seiten her lesbar macht.

 

Daten

Standort: 8043 Graz, Austria
Bauherr: Dr. Lore Neuwirth-Hohensinn und DI Josef Hohensinn
Planung: Hohensinn Architektur
Team: Karlheinz Boiger
Tragwerksplanung: DI Franz Mitter-Mang, Waldkraiburg, Bayern
Holzbau: Fa. Kulmer, Graz
Bebaute Fläche: 130,7 m²
Nettonutzfläche: 173,4 m²
Planungsbeginn: Sommer 1998
Baubeginn: Massivbau (Keller): Herbst 1998
Holzbau: 03/1999
Fertigstellung: 09/1999