projekt

bürogebäude hallerschlossstraße

Dem Entwurfsgedanken liegt ein Solitär zugrunde, der sich selbstbewusst zum Schillerplatz positioniert, sich aber auch gut in die gründerzeitliche Villenstruktur einfügt. Durch das Zurückspringen der Gebäudekante um eine typische Vorgartenzone nach hinten, zusätzlich durch einen Sockel erhaben, grenzt sich das Gebäude einerseits vom regen Fußgänger- und Straßenverkehr der Merangasse ab, andererseits deutet es auf subtile Weise eine Wichtigkeit an, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Der schlichte Baukörper als Mauermassenbau gewinnt durch ein raffiniertes Setzen der Öffnungen an Spannung, ein Spiel an Intimität aber auch an Offenheit ist somit ablesbar. Die Wirkung bleibt schlicht und zurückhaltend jedoch mit einer besonderen Ausstrahlung.Die Platzanbindung eröffnet eine Torsituation, welche einladend den Besucher durch einen durchgehenden Plattenbelag bis in das Gebäudeinnere leitet, gleichwohl aber auch durch den Zaun, den grünen Vorgarten und den Sockel aufzeigt, dass hier eine Privatheit herrscht und somit der Zugang nicht der gesamten Öffentlichkeit zugedacht ist.
Durch die Blickverbindung vom Foyer über den Luftraum nach oben, wird der Besucher auch hier selbstverständlich in den im 1. Obergeschoß situierten Klientenbereich geleitet. Hier hat der Besucher keinerlei Überschneidung mit den Büroräumlichkeiten der Mitarbeiter, lediglich das Sekretariat steht mit dem Empfangs- und Wartebereich in Kontakt. Um alle Funktionsbereiche mit höchstmöglicher Qualität auszustatten, erfolgte die Anordnung der Arbeits- und Büroräume zur ruhigen Parkseite in nordöstlicher Richtung, die öffentlichen Bereiche (Gemeinschafts- und Besprechungsräume) orientieren sich zur Straßenseite hin. Der mittige Erschließungsgang für die Bürozone erweitert sich optisch durch Bereiche wie dem Sekretariat, der Bibliothek oder dem Kommunikationsbereich. Auch das 2. Obergeschoß hält sich strikt an diese Prinzipien – sparsamer Umgang mit Volumen und Flächen, Erweiterungszonen zum Gang hin und Orientierung der Büroräume ausschließlich zum ruhigen Parkbereich Richtung Villa. Besonderheit ist hier die dem Sozialraum zugeordnete Terrasse. Sie ist dem Schillerplatz zugewandt, jedoch ist eine Privatheit durch Wandscheiben und einer teilweisen Überdachung sichergestellt.

daten

Standort: Hallerschlossstraße, 8010 Graz - Austria
Auftraggeber: RPI Vermögensverwaltungs GmbH
geladener Wettbewerb - 1.Preis / 2010
Planung: Hohensinn Architektur
Projektsteuerung: m-consult gebäudetechnik
Statik: Thomas Lorenz ZT GmbH, Graz
technische Gebäudeausrüstung: Planungsbüro Thier GmbH
Vermesser: Kukuvec ZT-GmbH
Bauphysik / Akustik: Planungsgruppe Grünbichler GmbH
Kosten / Auschreibung: EG Bauconsulting GmbH
Freianlagenplaner: el:ch Landschaftsarchitekten
Baubeginn: 2012
Fertigstellung: 2013
Nutzfläche: ca. 2.000 m²
BGF: 2.630 m²

photos: walter luttenberger