projekt

arsenal wien neu

Zielsetzung
Die Zielsetzung des vorliegenden Konzepts ist es, das Areal des Arsenals, in Bezug auf die bevorstehende Neuordnung des Südbahnhofareals, innerhalb des Stadtkomplexes in die zu erwartenden großstädtischen Umgebungen nachhaltig einzubetten.
Der Neubau des Südbahnhofs (Hauptbahnhof) wird im gesamten Stadtteil und seiner Umgebung nachhaltig alle bisherigen Strukturen und Ordnungen beeinflussen. Durch die städtische Verdichtung am Bahnhof, auch gerade durch die geplanten Hochhausbauten, wird die Proportionalitäten zu den historischen Arsenalbauten des 19.ten Jahrhunderts maßgeblich verändern. Unser Ansatz knüpft daran an, dass wir versuchen, das Quartier des Arsenals als städtischen Raum zu positionieren. Daneben sehen wir die einmaligen Freiraumqualitäten, die an diesem Ort vorzufinden sind, als zweiten Basispunkt unseres Konzepts.
Wir versuchen mit gezielten Eingriffen, Verdichtungen und Überhöhungen mittels Großstrukturen, das Quartier und die Ensemblewirkung der historischen Anlage zu verstärken. Einerseits ergibt sich dadurch die wirtschaftlich interessante Möglichkeit, punktuell hohe Verdichtungen im Quartier vorzunehmen, ohne damit großflächige Umbauten des gesamten Areals notwenig zu machen. Andererseits erhalten wir durch die punktuelle Situierung die große Qualität des Areals, den Grünraum, und ermöglichen damit trotz einer massiven Erhöhung der Nutzflächen, eine Ausweitung und Attraktivierung des Grünraumes, der die Punktinterventionen umspülen kann.

Überbauung
Ausgehend von diesem Ansatz schlagen wir Innenstadtseitig eine aufgeständerte „Überbauung“ der drei Kopfbauten des Arsenals vor, um damit zum einen den Schweizer Garten im Stadtraum zu definieren, jedoch gleichzeitig die „Durchlässigkeit“ des Grünraums vom Belvederegarten über den Schweizer Garten in das Arsenal möglich zu machen. Unser Konzept schlägt die Überbauung von einzelnen Objekten vor. Wir erachten die Verdichtung als Chance für das Arsenal, andererseits sehen wir die Möglichkeit den Stadtraum um den zukünftigen Hauptbahnhof mit diesem Vorschlag zu definieren. Durch die Entwicklungen der letzen Jahre und Jahrzehnte hat sich der Stadtkörper um das Arsenal „herum“ entwickelt, wir versuchen mit diesem Vorschlag den Stadtkörper wieder zu verbinden.
Der Gebäudekomplex wird über die bestehenden Kopfbauten des Arsenals so angehoben, dass die Historischen Bauten im Wesentlichen nicht berührt werden, und weiterhin voll zur Geltung kommen können. Ein weiterer Aspekt dieses Konzepts ist der „fließende Grünraum“, den wir somit trotz enormer Verdichtung, und durch die Höhe des Bauwerks, vom Schweizer Garten weiterhin ins Arsenal fluten lassen können. Die Übergeordnete Wirkung des Arsenals als historisch relevantes Ensemble, wird damit noch weiter Erhöht, und übergeordnet für den umliegenden Stadtraum sichtbar.
Im „schwebenden“ Bauteil können bis zu 230 Wohneinheiten in unterschiedlichsten Wohnformen angeboten werden. Maisonetten, Flats, 3-Geschossige-Hauswohntypen, Atriumwohnungen, etc. Zudem ist es in diesem Bauteil möglich unterschiedlichste Nutzungen, die in enger Beziehung zum Wohnumfeld stehen eingebettet werden: Praxen, Kindergarten, Kinderhort, Wohn- und Arbeitsformen, Büronutzungen, etc. Ein großer Vorteil dieses Konzepts liegt in der Schaffung von attraktivem Wohnen „über den Baumkronen Wiens“, dem Ausblick über die Stadtlandschaft, sowie die Möglichkeit der Erholungs- und Freizeitnutzung der weitläufigen Dachlandschaft, auf der Spielplätze, gemeinschaftliche Gärten, Schwimmbad, Sportplatz bis hin zu privaten, einzelnen Wohneinheiten zugeordneten Dachgärten angeboten werden können.

Daten

Standort: Arsenal – Areal in Wien, Austria
Bauherr: AREV
Team: Karlheinz Boiger, Susanne Koller, Martin Urmann, Magdalena Neubauer, Mario Mayrl, Patrick Klammer, Gernot Angerer
Wettbewerb 2007: 1.Preis – Kategorie Wohnen
Grundstücksfläche Areal: 219.000 m²
Entwurf Wohnen Neu: BGF: 112.205 m²
geschätzte Errichtungskosten: ~ 150 Mio EUR